EEH: Einsatzgebiete


In folgenden Bereichen wird die EEH hilfreich eingesetzt:


Unterstützung von Schwangeren und werdenden Eltern bei der Entwicklung

   einer liebevollen Verbindung zum ungeborenen Kind. 


Vorbereitung auf geplante Kaiserschnittentbindung


Emotionale Unterstützung von Müttern und Vätern in schwierigen Situationen

   unter der Geburt.


Eltern-Baby-Therapie.
   Aufarbeitung und Traumabegleitung von überwältigenden Erfahrungen rund um
   Schwangerschaft und Geburt wie z.B. Fehlgeburt, Frühgeburten und Kaiserschnitt


Schreibabys.
   Unterstützung von hilflosen, verzweifelten Eltern und untröstlich weinenden Babys.

   Mehr Informationen zum Thema Schreibaby finden Sie hier.


Entwicklungsbegleitung von Eltern und Kindern bei emotionalen Krisen im Säuglings-

   und Kleinkindalter.


Bei Problemen mit der Ernährung oder dem Schlaf-Wachrhythmus.

Anleitung von bindungsfördernden Eltern-Kind-Gruppen von der Schwangerschaft

   bis zum Abschluss des ersten Lebensjahres.


Die EEH wird auch bei älteren Kindern begleitend und unterstützend eingesetzt.




Unterstützung von Schwangeren und werdenden Eltern bei der Entwicklung einer liebevollen Verbindung zum ungeborenen Kind

Nicht immer ist eine Schwangerschaft für die werdenden Eltern von Beginn an eine Quelle der Freude. Häufig sind sie mit stress- und angstauslösenden Situationen konfrontiert. Ebenso können unverarbeitete Erfahrungen der eigenen Schwangerschaft, Geburt und frühen Kindheit zu neuem Leben erweckt werden. Die Folge können ambivalente, ablehnende und hilflose Empfindungen gegenüber dem ungeborenen Kind sein. Für viele Schwangere stellen diese Gefühle stark belastende Erfahrungen dar, die den primären Bindungsaufbau zum ungeborenen Kind behindern. Die EEH unterstützt werdende Eltern von Beginn an durch sanfte Körperarbeit und gezielte Gesprächsarbeit darin, jene Hindernisse zu beseitigen, die den Aufbau des liebevollen Bandes zum ungeborenen Kind, zum Partner, aber auch zu sich selbst behindern.


Emotionale Unterstützung von Müttern und Vätern in schwierigen Situationen unter der Geburt

Auch unter der Geburt sind die gebärenden Mütter wie auch die jungen Väter zeitweilig überwältigenden Gefühlen ausgesetzt. Die Körperpsychotherapie bietet eine Fülle von Methoden, mit deren Hilfe die Selbstregulation der Geburt für Mutter und Kind in behutsamer Weise unterstützt und angeregt werden kann. Das vornehmliche Ziel der EEH unter der Geburt besteht darin, erste Anzeichen eines perinatalen Bindungsabbruchs zu erkennen. Ist dies der Fall, können Elemente der Schmetterlingsmassage, rückbindende Atemarbeit und haltgebende Körperarbeit helfen, die Hingabe an die instinktiven Kräfte der Geburt zu unterstützen.


Begleitung und Lösung von Wochenbettkrisen zwischen Eltern und dem neugeborenen Kind

Emotionale Krisen im Wochenbett können einen dramatischen Verlauf nehmen. Die Säuglinge schreien stundenlang, ohne dass sie von den Eltern beruhigt werden können. Die Eltern verstehen die Signale der Babys nicht und geraten in einen Zustand großer Hilflosigkeit, Ohnmacht und zunehmender Körperanspannung. In der EEH gehen wir von der untrennbaren Verwobenheit von auftretenden Körperverspannungen und Verlust der Bindungsbereitschaft aus. Deshalb arbeiten wir in der EEH mit unterschiedlichen Methoden aus dem Feld der Körperpsychotherapie (Atmungsarbeit, haltgebende Körperarbeit etc.) um die Entspannungs- und Bindungsfähigkeit der Eltern zu stärken. Statt der Suche nach Lösungen beim Kind finden die Eltern somit in ihrem eigenen Körper Halt und Sicherheit, die sie dann an das Baby weiter vermitteln.


Trauma-Begleitung von Eltern und Babys nach überwältigenden Belastungen rund um die Geburt

In der EEH folgen wir einem integrativen Modell, in der wir sowohl mit den Säuglingen als auch den Eltern arbeiten. In der Begleitung nutzen wir schmetterlingsleichte Berührungen und Streichungen, um die emotionale Öffnungs- und Bindungsbereitschaft des Säuglings zu fördern. Im Verlauf dieser sanften Familienbegleitung können sich traumatisch bedingte Körperblockierungen lösen und die Babys zu ihrer natürlichen Selbstregulation zurückkehren: die Körpersprache wird klarer und eindeutiger, die Körperbewegungen sind verbundener und vermehrter Blickkontakt wird möglich. Den Eltern fällt es leichter, ihr Kind zu verstehen und auf das Kind einzugehen.



Eltern-Baby-Therapie


In der Eltern-Baby-Therapie begleiten wir die Auswirkungen von unverarbeiteten, posttraumatischen Belastungsstörungen bei Säuglingen, aber auch bei den beteiligten Müttern und Vätern. In diese Kategorie fallen unter anderem traumatische Stressbelastungen nach schwierig verlaufenen Geburten, oder ausergewöhnlich angstvolle Schwangerschaften, wie dies nach künstlichen Befruchtungen der Fall sein kann. Auch die Begleitung von Frühchen und ihren Eltern, nach wochen- und monatelangen Klinikaufenthalten, werden mit dieser Arbeit begleitet.

Mehrfache Trennung der Neugeborenen von Ihren Eltern, beinahe ununterbrochene Auseinandersetzung mit den Gefahren von operativen und schmerzhaften Eingriffen für das Kind, sowie die ständige Angst um Leben und Gesundheit, sind nur einige der schwächenden Faktoren für den Bindungsaufbau zwischen den Eltern und Ihren zu früh geborenen Kindern. Die Eltern-Baby-Therapie umfasst den behutsamen Aufbau von Vertrauen und Sicherheit beim Baby. In langsamen Schritten lernen die Babys im Kontakt mit den Eltern, Nähe und Berührung zuzulassen und Ihre Vermeidungsstrategien (Schutzmechanismus) aufzugeben. Zeitgleich werden mit den Eltern gezielte Handlungsstrategien entwickelt, wie sie die akuten Schrei- und Stressreaktionen ihrer Babys sicher begleiten können.


Nach erfolgreicher Bindungsstärkung bietet die Eltern-Baby-Therapie auch einen Raum um die schmerz- und angstbesetzten Bindungserfahrungen der Eltern und Säuglinge gezielt zu verarbeiten und zu lösen.



Anleitung von bindungsfördernden Eltern-Kind-Gruppen von der Schwangerschaft bis zum Abschluss des ersten Lebensjahres

In den Eltern-Kind-Gruppen für Primäre Prävention werden Elemente der EEH und sanften Körperarbeit genutzt, um die Feinfühligkeit und Wahrnehmungsfähigkeit der Eltern für die kindlichen Signale ihrer neugeborenen Kinder zu stärken. Ziel dieser Gruppen ist der frühzeitige Aufbau von Eltern-Netzwerken, die sowohl den Eltern wie Säuglingen Raum geben, neue Kraft zu tanken, Gefühle zu verarbeiten und in einem sozialen Raum Halt und Geborgenheit zu finden.