Gedanken zur Geburt


Gedanken zur Geburt
von Frédérick Leboyer

Wenn du wirklich begriffen hast was das ist Loslassen,
Hingabe,
wenn alles in deinem Körper offen, frei und entspannt ist,

auch der Mund, der Hals, die Hände, die Augen,
dann brauchst du im Grunde nichts mehr zu tun.
Es ist wie in der Liebe:
Öffne dich und lass es geschehen.
Lass das Kind zur Welt kommen.
Es genügt schon, dass du ihm nichts entgegen setzt,
dass du dich nicht fürchtest, dich nicht verwirren lässt
von der Kraft, der ungeheuren Gewalt,
mit der das Kind geboren werden will.
Es ist dein höchstes Opfer,
dein vollkommener Verzicht.
Etwas in dir muss dem Kind sagen können:
Ja, verlass mich. Gehe aus mir heraus.
Da ist das Leben. Vor dir.
Nimm es.

 

 

 

Aufbruch

von Frédérick Leboyer

Die Geburt ist ein Sturm.
Ein mächtiger Strudel
ergreift uns und bringt uns in diese Welt.
In diesem wilden, tobenden Meer
ist das Neugeborene ein winziges Boot,
das versucht, durch den Wahnsinn hindurchzusegeln.
Wenn es vorbei ist,
wenn sich die rasende See ausgetobt hat
und der Wind nicht mehr heult,
dann ist plötzlich Stille.
Schweigen.
Die Zeit setzt aus.
Der Augenblick,
wenn der kleine Abenteurer
seinen Fuss an unser Ufer setzt,
ist einfach unbeschreiblich.
Als täte sich plötzlich ein Spalt auf.
Ein Spalt durch den das Kind zu uns schlüpft,
Ein Spalt durch den uns die Ewigkeit berührt.

 

 

 

Das Baby-Bad
Einfühlsam und mit grosser Feinfühligkeit begleitet die Kinderkrankenschwester Sonia Rochel das Baby im Wasser. Urvertrauen und Hingabe des Babys werden in liebevoller Weise unterstützt und wohltuend gefördert.